Taubenscheiße auf dem Dach

Dass das weltberühmte Zeltdach über dem Olympiastadion jahrzehnte lang sauber bleibt, hat einen einfachen aber genialen Grund.

Das Dach über dem Olympiastadion, der Olympiaschwimmhalle und der Olympiahalle überspannt ca. 74.800qm und besteht aus Acrylglasplatten.

Durch sie hindurch scheint die Sonne und gibt den Blick auf die Masten frei.

Dass es durchsichtig ist, lässt das Dach leicht und beschwingt wirken.

Nur … müsste es nicht voller Taubenscheiße sein?

2005, nach 35 Jahren, wurden die Acrylglas-Platten durch die Firma Bedachungen Kirchermeier ersetzt. Bilder davon sind hier zu sehen. Die Acrylglasplatten waren durch Schnee, Wind und Wetter „blind“ geworden. Einige der ausgetauschten Platten konnte man in einem Schuber mit Zertifikat als Erinnerungsstück kaufen. Mit Ende der Renovierung konnte man wieder ungetrübt hindurchsehen.

Eines war das Zeltdach in all den Jahren davor und auch bis heute noch nie: Vollgeschissen mit Taubenkot. Eigentlich überraschend, denn natürlich ist der Olympiapark mit seinen vielen Bäumen, dem See und den großen Grünflächen auch für Vögel ein Paradies.

Eigentlich dürfte – trotz der Erneuerung 2005 – das Dach keinen Blick und keine Sonnenstrahlen mehr durchlassen. Es müsste – auf gut Deutsch – so richtig beschissen aussehen. Tut es aber nicht.

Der Grund, warum das Dach immer noch so sauber ist, ist so genial, wie einfach: In den Mastköpfen der Hauptpylonen (das sind die großen Trägermasten, die das Dach tragen – gut zu sehen auf dem oberen Bild) laufen nicht nur die Drahtseile, sie sind zudem das Zuhause von zwei Falkenfamilien. Immer noch.

Und die sorgen dafür, dass keine Tauben über das Zeltdach fliegen und somit dort auch nichts „fallen lassen“ können.

Quelle: Olympiapark GmbH (tel. Nachfrage 2020), Buch „Der Münchner Olympiapark“ zum 10jährigen Jubiläum 1982

Author: tosch

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