Wer an die Olympischen Spiele 1972 denkt, hat meist das Münchner Olympiastadion vor Augen. Doch ein Teil der Spiele fand rund 900 Kilometer weiter nördlich statt. In Kiel wurden die olympischen Segelwettbewerbe ausgetragen. Und dort gab es eine Sportart zu sehen, die man im olympischen Programm eher nicht vermutet hätte: Wasserski.
Am 1. und 2. September 1972 waren am Hindenburgufer in Kiel Wasserski-Vorführungen vorgesehen. Die Sportart war vom Organisationskomitee als Demonstrationssport zugelassen worden. Das bedeutete, dass sie sich im Rahmen der Spiele einem internationalen Publikum präsentieren durfte, ohne zum offiziellen olympischen Medaillenprogramm zu gehören.
Wasserski war damals eine vergleichsweise junge Wettkampfsportart, die sich um internationale Anerkennung bemühte. Die Olympischen Spiele boten dafür eine hervorragende Bühne. Während die Segler vor Kiel möglichst geschickt mit dem Wind umgingen, ließen sich die Wasserskiläufer von Motorbooten über das Wasser ziehen.
Wasserski war übrigens nicht die einzige ungewöhnliche Ergänzung des Programms. Auch Badminton durfte sich 1972 als Demonstrationssport präsentieren. Die Vorführungen fanden am 4. September in München in der Volleyballhalle statt. Badminton schaffte später tatsächlich den Sprung ins offizielle olympische Programm, erstmals 1992 in Barcelona. Wasserski wartet darauf bis heute.
So gab es 1972 bei Olympia nicht nur Sportler, die um Gold kämpften, sondern auch solche, die für ihre Sportart Werbung machten. Die einen wollten aufs Treppchen. Die anderen erst einmal ins Programm.





