Olympia aus dem Katalog

Wer 1972 bei den Olympischen Spielen in München einen Speer werfen, eine Zeit stoppen oder eine Weite messen wollte, brauchte dafür die passende Ausrüstung. Und weil bei Olympia nichts dem Zufall überlassen werden sollte, veröffentlichten die Organisatoren erstmals einen eigenen Gerätekatalog. Darin wurde aufgelistet, womit die Sportler trainierten, kämpften und gemessen wurden.

Der Katalog enthielt nicht nur die Sportgeräte der einzelnen Disziplinen, sondern auch deren Hersteller und Bestellnummern. Selbst die technischen Anlagen zur Zeit- und Weitenmessung wurden aufgeführt. Das war durchaus bemerkenswert, denn bei den Münchner Spielen hatte die elektronische Messtechnik eine neue Bedeutung bekommen.

Die Organisatoren erklärten in der Einleitung stolz, dass in München keine Zeit- und Weitenmessung mehr von Hand vorgenommen wurde. Statt Stoppuhr und Maßband sollten technische Systeme für präzise und nachvollziehbare Ergebnisse sorgen. Dazu kamen elektronische Anzeigetafeln und eine umfangreiche Datenverarbeitung, die Ergebnisse möglichst schnell an Zuschauer, Journalisten und Offizielle weitergab.

Der Gerätekatalog war dabei keineswegs nur für die eigenen Mitarbeiter gedacht. Er sollte auch internationalen Sportverbänden, den Nationalen Olympischen Komitees und sogar der interessierten Öffentlichkeit zeigen, welche Geräte und technischen Neuerungen in München zum Einsatz kamen.

Damit schufen die Organisatoren nicht nur eine Übersicht ihrer Ausstattung, sondern auch ein bemerkenswertes Dokument der damaligen Sporttechnik. Heute lässt sich daran nachvollziehen, wie viel Technik bereits vor mehr als fünfzig Jahren hinter einem olympischen Wettkampf steckte. Olympia war eben nicht nur eine Frage von Gold, Silber und Bronze. Manchmal war auch die Bestellnummer entscheidend.

Die Fotos stammen alle von Thomas Bodammer. Vielen Dank.

Author: TS

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