Das Modell

Um für München zu werben, bauten die Olympia-Architekten um Günter Behnisch ein 3D-Modell im Maßstab 1:1000. Schon bald wollte jeder eines haben.

Das gesamte Areal des Oberwiesenfelds mit den geplanten Olympiabauten wurde ca. 1968/69 von den Modellbauern R.Augustin und G.Ott im nachgebaut. Es war sehr begehrt, denn jeder, der mit den Spielen zu tun hatte, wollte eines haben, von den Sponsoren bis zu den Organisatoren der Winterspiele in Saporro. Also wurde mithilfe u.a. von Wacker Chemie eine Kleinserie produziert. Die genaue Anzahl der gebauten Modelle ist nicht bekannt. Es dürften etwa 200 Stück gewesen sein, wie in der Dokumentation „Die Spiele“ 1973, Band 2, Seite 200 nachzulesen ist. Weitere Angaben finden sich nicht.

Die Modelle bestehen aus zwei Platten, die mittels Stiften und Imbusschrauben verbunden werden und so auf die Gesamtmaße von ca 205cm x 174cm kommen. Sie sind wunderschön anzusehen. Besonders, wenn man seinen Kopf senkt und schräg über die Platte schaut, wirken die Modellbauten sehr real. Das gesamte Areal des ehemaligen Oberwiesenfeld ist nachgebaut. Vom Olympiaberg, über den See, dem Stadion, der Halle, dem Turm bis hin zum Olympischen Dorf und der heutigen ZHS. Selbst die damalige S-Bahn-Station ist zu dabei (hier ganz oben der weiße Streifen).

Einige Modelle haben im Stoß der Platten eine Nummer. Diese sind nicht fortlaufend. Vermutlich bezieht sich die erste Ziffer auf den „Modellbauer“, gefolgt von einer zweistelligen Seriennummer. Die seltenen Modelle erreichen auf Auktionen Preise bis zu 10.000€. Von gerade einmal ein paar Modellen liegen Informationen vor, wo sie existieren bzw. stehen (siehe Tabelle unten).

Besonders der Turm zieht magisch an, daher „verschwindet“ er leider gerne, wenn man ihn nicht sichert und schützt. Gedrechselt wurden die Türme 1969 übrigens vom Münchner Drechslermeister Peter Seiler aus der Blutenburgstraße, der für ca. 60€ brutto heute noch Türme von der Original-Schablone nachdrechselt, wenn man ihn nett darum bittet. Günstiger wird es im 3D-Druck. Eine gute und stabile 1:1-Kopie des Original Turms aus dem Modell können Interessierte (auch ohne eigenes Modell) bei mir zum Selbstkostenpreis von 15€ bekommen.

Das erste Modell des Parks war übrigens jenes, mit dem das Team um Günter Behnisch den Architekturwettbewerb gewonnen hat. Auf einem Bild im Münchner Stadtarchiv bestaunen es der damalige Finanzminister Franz-Josef Strauß , der Jury-Vorsitzende Prof. Dr. Eiermann, Münchens Bürgermeister Hans-Jochen Vogel sowie NOK-Präsident Willi Daume.

Nun aber genießen Sie den Blick über den Olympiapark und das Olympische Dorf mit Hilfe des Modells ….

Von folgenden Modellen liegen mir Informationen vor. Sollten Sie von weiteren Modellen wissen, melden Sie sich bitte hier per E-Mail. Danke.

#StandortUrsprungNr.
1Münchner Stadtmuseum (nicht ausgestellt)187
2Münchner Stadmuseum (nicht ausgestellt)264
3Stadtarchiv232
4Alte Mensa Olympiadorf
5Kirchenzentrum Olympiadorf120
6ODBG Büroohne
7ODBG (ohne Turm)
8Privatsammlung ConnollystraßeBMWohne
9Galerie Brandt (ohne Turm)Foyer Turm
10Hockey Verein Wacker München (Harras)
11Deutsches Historisches Museum Berlin
12Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
13Auktion Quittenbaum 12/2012001
14Auktion Quittenbaum 02/2014343
15Besucherzentrum am Eisstadion
16Nachlass Architekt Werner Ruhnau, Essen
Author: TS

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